Nach mehr als 10 Tagen in Camaret-sur-Mer zieht es uns weiter. Die Zeit haben wir genutzt, um ausgiebig die Schäden des Wassereinbruchs zu beseitigen. Dafür mussten wir für 4 Tage in die Marine, weil wir die gesamte Bilge samt Inhalt mit viel frischem Wasser auswaschen mussten, um das Salzwasser zu neutralisieren. So sauber war unsere gesamte Bilge selten.
Noch vor der großen Wäsche war natürlich der erste Gang zum Supermarkt und dort hatten wir uns als Ankunfts-Schluck eine schöne Flasche Cidre gekauft. Die wollten wir am Abend gekühlt geniessen. Leider kam dann der nächste Schock: der Kühlschrank lief nicht! Die Elektronik hat das Wasser auch nicht gemocht und ist kaputt gegangen. Ersatz musste her, aber flott. Deshalb gleich eine Bestellung bei SVB mit Lieferung per UPS Express. Montag früh ausgeliefert, sollte am nächsten Tag im Laufe des Tages ankommen. Kam aber nicht. Statt dessen eine Meldung bei der Sendungsverfolgung: „Adresse oder Empfänger falsch.“ Wie das denn? Die Adresse war bei der Bestellung automatisch eingefügt worden und wir hatten sie so übernommen. Leider ist uns dabei nicht aufgefallen, dass irgendwie der Name der Marina nicht mehr drin stand. Nach Telefonaten mit SVB wurde der Fehler von dort schnell behoben und wir warteten einen weiteren Tag. Kam auch nix. Gleiche Meldung: Adresse oder Empfänger falsch. Kann doch nicht sein! Bei unserem Versuch, die Anschrift noch einmal neu einzugeben bzw. zu ändern, gab es nur die Meldung: „die Option ist für diese Sendung nicht möglich“. So langsam wurden wir sauer! Was für ein blöder Sauhaufen UPS Frankreich. Zu den Kapverden und zu den Azoren alles kein Problem, aber „mal eben um die Ecke“ nach Frankreich klappt gar nichts. Endlich, nach einer geschlagenen Woche Verspätung, kam das Ersatzteil dann doch noch an, nachdem SVB mehrfach bei UPS interveniert hatte. Der Einbau war schnell erledigt und nun brummt der Kühlschrank wieder und der Cidre – und natürlich vieles Anderes – konnte endlich wieder gekühlt werden.

In der Bretagne wird die Traditions-Schifffahrt noch hoch gehalten. Viele schöne, gut restaurierte Oldtimer segeln hier.
Und nun spielte das Wetter (natürlich) erstmal nicht mehr mit. Es näherte sich eine Starwind-Front aus Nordwest, die wir noch aussitzen mussten.

Abendstimmung nach dem Starkwind
Aber gestern endlich konnten wir Anker auf gehen und starten. Wir befinden uns jetzt in zunehmend stärkeren Gezeitenrevieren und da wird die Navigation zum Rechenexempel. Ohne Tiden- und Stromkarten läuft da gar nichts. Wie üblich, waren wir mal wieder zu schnell unterwegs und waren ca. eine Stunde zu früh an der Ecke, wo der Strom kippen und uns mitziehen sollte. So hatten wir den Strom noch gegenan und unser Speed ging von 5 kn auf 3 kn und teilweise weniger zurück. Dazu noch schwacher Wind von achtern, der Meerbaer so gar nicht in Wallung bringen kann und wir die ganze Strecke unter Motor zurücklegen durften. Für die kommende Tage sieht es auch nicht besser aus und wir werden wohl den schönen, wertvollen Diesel dezimieren müssen.

Zum Glück haben wir noch die alten Stromatlanten für die Tiden-Navigation. Sehr hilfreich bei der Törnplanung!
Egal, ist halt so. Die erste Nacht haben wir im Fluss vor der Marina von L’Arber Wrac’h verbracht und müssen nun auf die passende Tide warten. Gegen Mittag kann es los gehen. Nächstes Ziel Roscoff.

Ankerplatz für die Nacht

Wir hätten ja auf dem Weg von den Azoren direkt nach Camaret sur Mer in der Bretagne durchsegeln können. Vom Wind her hätte es gut gepasst. Aber wir hatten uns bewusst entschieden, noch nicht so weit nach „Norden“ zu gehen, um nicht dort in der Hitze zu landen. War ja auch eine gute Entscheidung. Hier in Galizien ist es angenehm warm bei ca. 25 Grad. Das läßt sich gut aushalten. Wir liegen vor Camarinas vor Anker, fahren fast täglich mit dem Dinghi zur Marina, wo wir es kostenlos und sicher „parken“ können und spazieren durch den Ort. Aber jetzt nach 2 Wochen wird man doch etwas ungeduldig. Seit gut 10 Tagen bläst es hier beständig aus Norden und es ist erstmal keine Änderung in Sicht. Seit dem Wochenende haben wir nun „Bordarrest“. Der Wind hat auf teilweise 30 kn und mehr zugenommen und da wäre die Fahrt mit dem Dinghi eine recht nasse Angelegenheit. Der Weg zur Marina wäre ja problemlos mit Wind von achtern, aber der Rückweg mit Wind und Wellen gegenan dann eben nicht so lustig. Ein paar Spritzer sind ja ok, aber wenn es dann immer mal wieder ins Dinghi oder sogar ins Gesicht und auf die Klamotten gischtet, ist der Spaß dann doch irgendwann vorbei. Also hocken wir auf dem Meerbaer, prötteln vor uns hin (es ist ja immer was zu werkeln) und warten auf Wetterberuhigung. Angeblich soll der Wind ab Mittwoch nachlassen. Verhungern werden wir auf jeden Fall bis dahin nicht.




Hi Klöbner. Gerade erst deine Kommentare gesehen. Ja Galizien ist schon nicht schlecht. Im Moment ist es schlecht mit nach…