Wie schnell die Zeit vegeht. Nun sind wir schon vier Wochen hier und konnten doch schon so einiges klären, um unseren Blitzschaden teilweise zu beheben.
Das Problem hier auf den Kapverden ist die Lieferzeit bei Bestellungen. Die Zeitspannen liegen zwischen zwei und sechs Wochen, was für uns nicht so wirklich passend ist. Wir möchten doch bald Richtung Azoren aufbrechen.
Wir haben uns deshalb entschlossen, nur die wichtigsten und soweit kurzfristig zu beschaffenden Dinge einzuplanen. Die Kühlschrankreparatur war natürlich vorrangig und wurde sofort in Angriff genommen. Er läuft wieder! Der Autopilot ist mittlerweile Ende der letzten Woche eingetroffen und weitestgehend eingebaut. Kabel sind verlegt und Instrumente eingebaut.Morgen werden die Kabel von einem Techniker angeschlossen und dann sollte das Teil laufen – hoffen wir mal.
Alles Weitere haben wir verschoben. Eine passende Lichtmaschine ist hier nicht zu bekommen. Die haben wir in Deutschland bestellt und lassen sie direkt zu den Azoren liefern. Bis dahin können wir uns auch so behelfen. Ist zwar umständlich, funktionierte aber auch schon auf dem Weg hierher nach dem Blitzeinschlag. Das sollte dann für weitere zwei Wochen auch kein Problem sein. Kabel, Sicherungen und so weiter sind auch auf dem Weg zu den Azoren, ebenso Radar und Plotter. 12 Volt Navi-Computer, 12 Volt Bildschirm und vieles Andere gibt es hier überhaupt nicht zu kaufen. Aber das ist alles nicht ganz so wichtig. Navigieren können wir mit Laptop, Tablet oder Smartphone. So können wir uns in Deutschland ausreichend informieren und das Passende kaufen.
Geplant ist eine Abreise am Donnerstag oder Freitag, wenn die Wettervorhersage passt. Daumen drücken!!
Ein paar Worte zu Mindelo: Wir waren ja schon einmal vor 15 Jahre hier. Seitdem hat sich erwartungsgemäß Vieles verändert. Die Stadt ist aufgeräumter, sehr sauber – obwohl nirgendwo in der Stadt Mülleimer zu sehen sind – es fahren jede Menge SUVs rum, die kaum in die schmalen Gassen passen, Die kleinen Supermärkte bieten viele europäische Produkte, vorwiegend aus Portugal, an. Was sich kaum verändert hat ist der Fischmarkt und die Verkaufsstände für Obst und Gemüse in den Straßen.

Die Qualität und Frische von Obst und Gemüse ist an den Straßenständen wesentlich besser als in den Supermärkten
Die Marina ist nach unserer Meinung „das Letzte“. Kein Service, außer von den Marineros, die wirklich aufmerksam und hilfsbereit sind. Alles, wirklich alles muss bezahlt werden. Wasser (0,02 € pro Liter), Strom (brauchen wir zum Glück nicht). Müll wird man nur los, wenn man einen Liegeplatz in der Marina hat, Zugang über eine Keykarte. Ebenso bekommt man auch nur Wasser als Marinalieger. Selbst gegen Bezahlung ausgeschlossen. Wenn man am Anker liegt und das Dinghi am Dinghisteg der Marina liegen lassen möchte, kostet es 4 € pro Tag. Zudem ist das Liegen in der Marina sehr unkomfortabel. Es ist schwellig, dass man Mühe hat, von und an Bord zu kommen. Das Boot schiebt hin und her und vor und zurück. Was uns sehr kritisch aufgefallen ist: es gibt keine Leiter, auf der man im Falle „Sturz ins Wasser“ wieder an Land kommt. Nicht ein Steg, der über eine Badeleiter verfügt. Wir haben dieses dem Marinamamager gesagt, seine Reaktion mit einem süffisanten Lächeln: Das ist Absicht, weil schwimmen in der Marina verboten ist. Falls jemand ins Wasser fallen sollte, so ist ja die Secirity da. Klar, der Securitiy-Mann sitzt am Anfang des Steges in seinem Häuschen und spielt an seinem Smartphone. Der bekommt sicherlich nicht mit, wenn am Ende des Steges jemand in Seenot gerät.
Was auch den Aufenthalt hier unschön macht ist der permanente Starkwind. Seit über drei Wochen bläst es hier mit mindestens 20 kn, Böen in Spitzen 40 kn. Der Wind bläst Staub und Sand vor sich her und das lagert sich schön klebrig an Deck, an den Masten, Wanten und Stagen, der Reling und allen Aufbauten ab. Vor einer Woche hatten wir den Meerbaer mit dem Hochdruckreiniger geputzt. Heute sieh es schon wieder so aus:

Dreck und Sand, gesammelt innerhalb einer Woche
Und den Dreck atmen wir auch noch Tag und Nacht ein. Wir sind froh, wenn wir wieder auf See in der sauberen Luft unterwegs sind.














Das hoert sich gut an. Wir sind immer noch in Mindelo und warten auf Ersatzteile.Aber es zeichnet sich ein Ende…