Ponta Delgada, Sao Miguel, Azoren – ANGEKOMMEN

Nach mehr als 15 Jahren sind wir wieder zurück in Europa.

Der letzte Tag auf See verlief noch recht unspektakulär. Ein paar Regenschauer in den frühen Morgenstunden haben dankenswerterweise den Kapverden-Dreck aus Mast, Stagen und Segel gespült. Auch das Salz ist fast vollständig weggewaschen. Weniger Arbeit in der Marina 😉

Boots-Waschanlage

Die letzten Stunden war dann tatsächlich noch Mr. Perkins gefragt. Der Wind schlief mal wieder total ein und wir wollten gerne morgens früh ankommen, weil ab Mittag Regen angesagt war und da wollten wir schon gerne am Liegeplatz sein. Hat auch  gut geklappt. Um 8 Uhr Ortszeit waren wir da, das Behördenbüro war schon offen und das Marinabüro öffnete um 9 Uhr. Wir haben tatsächlich den allerletzten freien Liegeplatz in der Marina ergattern können. Hier ist zwar ein ständiges Kommen und Gehen, aber wir waren ja recht früh da und diejenigen, die abreisen, haben meistens Zeit und fahren erst gegen Mittag los.

Jetzt erstmal entspannen, die Landbeine müssen wieder wachsen. Wir torkeln noch wie betrunken über den Steg. Zur Feier des Ankommens haben wir uns für heute mal ein Restaurant-Essen gegönnt. Einmal nicht kochen tut auch gut. Und es war lecker! (vor allem das erste Bier).

Prosit!

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Zu den Azoren – Tag 12

Wir sind raus aus den Einfluss des Kerns vom Azorenhoch. Es geht wieder mit mehr Tempo voran. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, werden wir morgen  (Freitag) in Ponta Delgada einlaufen. Da warten schon drei Pakete auf uns, verbunden mit jeder Menge Arbeit. Das Basteln, um die Blitzschäden zu beseitigen, geht weiter.

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Zu den Azoren  – Tag 11

Wir schleichen gemütlich weiter. Nachdem wir in den letzten Tagen einmal 48 Stunden und einmal 12 Stunden am Stück motoren mussten, weil wir totale Flaute hatten, können wir seit (ich glaube, 2 Tagen – die Zeit verwischt irgendwie und ist total egal), wieder segeln. Nicht gerade flott, dafür aber entspannt. Zwischen 2.5 und 4 kn, meistens um die 3 kn. Hauptsache, die Richtung stimmt. Noch ca. 230 sm bis Ponta Delgada.

Heute hat es noch unsere Aries erwischt. Die Windfahne hing auf einmal so komisch schräg und bei näherem Hinsehen stellen wir fest, dass sie nur noch an den Steuerseilen und der Sorgleine vom Ruder hing. Irgendwie muss sie sich aus der Halterung raus gearbeitet haben. Wir konnten zum Glück das Ruder demontieren und die Aries wieder halbwegs befestigen, können sie aber erstmal nicht benutzen bzw. reparieren, bis wir in der Marina fest liegen. Glücklicherweise sind wir eh mit Autopilot unterwegs, weil die Aries bei dem geringen Tempo zu große Ausschläge beim Steuern macht. Der Autopilot steuert auch bei niedriger Geschwindigkeit exakter.

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Neumond und Meeresleuchten

Noch vor einigen Tagen waren wir uns einig, in naher Zukunft keine Langstrecke mehr zu segeln. Bei bis zu fast 30 kn Wind, hoch am selbigen. Nie gehabte Wassermengen im Cockpit. Salzverkrustet der ganze Dampfer. Mehrere Salzwasserduschen mit Klamottenwechsel. Blaue Flecken von Rumgeschubse im chaotischen Seegang. Selbst Klogänge wurden zum Balanceakt, vom Kochen ganz zu schweigen. Dazu heute, und auch gestern schon Kaffeesegeln von Feinsten. Und als Krönung heute Nacht Meeresleuchten. Meerbaer zieht eine Silberbahn durchs Wasser. Leider nicht zu foto.grafieren. Aber im eigenen Bildspeicher abgelegt. Vergessen alle Vorsätze und Ansagen. Segeln und leben auf dem Ozean ist einfach schön.

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Das Azorenhoch

Jeder kennt es, zumindest dem Namen nach. Tausendfach gehört am Ende der Nachrichten im Fernsehen und im Radio. Dieses Hochdruckgebiet liegt im Moment südlich der Azoreninseln. Kern 1024 mb und mal größer mal kleiner in der Ausdehnung. Im Moment hat es die Ausdehnung von Nord nach Süd um ca. 500 sm. West – Ost um 1000 sm. Tja, da stecken wir jetzt drinne. Wind? Pustekuchen! Ein Hauch, mal aus Nord mal aus Nordost. Nie mehr wie 2 kn. Zu wenig, um unsere 17 t zu bewegen. Leider werden wir den Großteil der Strecke mit unserem Mr. Perkins bewältigen müssen. Verhagelt doch tatsächlich unsere gute Ökobilanz. Jede Stunde pusten wir 2 Liter feinsten Dieselkraftstoff durch den Auspuff. Pfui, kann man da nur sagen. 😮

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Zu den Azoren  – Tag 5 und 6

Wie erwartet, ist der Starkwind durch. Heute früh um 4 Uhr konnten wir ausreffen und von da an ging es stetig abwärts mit dem Wind und dem Speed. Wir hatten ja gehofft, uns an dem Hochdruckkern vorbeischleichen zu können, sind aber wohl doch zu nah dran. Im Laufe des Vormittags konnten wir etwas Nord gut machen, aber jetzt in der Nacht stimmt die Richtung nicht so wirklich. Wir sind wieder in Richtung Neufundland unterwegs. Mal abwarten, wann der Wind gnädigerweise auf Ost zurückdreht und wir wieder die Azoren voraus haben. Im Moment treiben wir nur noch mit einem Knoten voran. Solange die Segel nicht wieder anfangen, nervtötend zu schlagen, bleibt der Motor erstmal aus.

Auf jeden Fall genießen wir jetzt die Ruhe an Bord. Endlich konnten wir uns wieder eine Dusche gönnen. In den letzten Tagen war die Körperpflege doch etwas ins Hintertreffen geraten, wo wir ja schon froh waren, uns die Zähne unfallfrei putzen zu können.

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Zu den Azoren  – Tag 2 bis 4

Und die wilde Jagd geht weiter. 20 bis 25 kn Grundwind plus dicke Böen, dazu Wellen, die nicht zu verachten sind.  Meerbaer donnert am Wind mit 6 bis 7 kn da durch. Und die Crew übt sich im Bergsteigen bei der Schräglage und dem Gehoppse. Kochen, Abwasch und der Gang zur Toilette sind zu Turnübungen mutiert. Angeblich soll der Spuk morgen vorbei sein und der Wind moderater werden. Wir lassen uns überraschen und halten durch.

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