St. Helena

Die letzten Meilen waren mal wieder unspektakulär. Sobald wir an der Nordseite der Insel angekommen waren, musste der Motor ran. Wir haben es dann tatsächlich noch vor der Dämmerung geschafft und um 18 Uhr Ortszeit fiel der Anker auf 25 m Wassertiefe.

An nächsten Morgen dann erst einmal das übliche Einklarieren. Über Funk riefen wir das Taxiboot und ließen uns zum Anleger bringen, von wo aus wir zu Hafenbüro, Immigration und Zoll marschieren konnten. Das Procedere war schnell und unbürokratisch und nach einer halben Stunde waren wir durch mit der ganzen Angelegenheit. Als wir auf dem Rückweg zum Anleger waren, sahen wir gerade das Taxiboot ablegen. Schade!
Aber siehe da: wir wurden entdeckt und das Fahrer drehte um und nahm uns tatsächlich noch mit. Diesmal Richtung Stadt.

Das Taxiboot – klein und wendig

Das Ein- und Aussteigen an Land ist bei stärkerem Schwell eher ein Seilakt. Zum Glück ist es momentan hier sehr ruhig.

Kletterseile als Ein- und Ausststieghilfe. Bei Seegang sicher ein tolles Abenteuer

Jamestown ist eher ein Dorf denn eine Stadt. Alte Gemäuer, enge Straßen und viele Leute unterwegs. Ganz nett. Jeder grüßt oder winkt und ist hilfsbereit.

Das Lebensmittelangebot ist eher bescheiden. Das Versorgungsschiff kommt alle vier Wochen und der Flieger einmal in der Woche.Was weg ist, ist weg, bis der Nachschub eintrifft. Gerade werden die Regale wieder aufgefüllt, aber nur nicht hetzen! Das Schiff hatte bereits abgelegt, als wir ankamen, aber erst nach 4 Tagen kamen die ersten Waren so langsam in den Geschäften an. Aber eines gibt es derzeit nicht: EIER. In keinem der Läden war ein einziges Ei zu finden. Dabei essen die Engländer doch so gerne Ham and Eggs. Vielleicht finden wir ja doch noch das eine oder andere Ei, bevor wir weiter wollen.

Gestern dann ein besonderes Erlebnis. Eine Begegnung der besonderern Art: ich war gerade dabei, den Rumpf und den Propeller unter Wasser von Bewuchs zu befreien, da kam auf einmal ein großer Schatten auf mich zu. Ein kleiner Walhai (ca. 6 m lang) war wohl durch meine Schabgeräusche angelockt worden. Er kam bis auf 5 m ran ans Boot und umkreiste es langsam. Dann verschwand er wieder, um nach 5 Minuten noch einmal vorbei zu schauen. Ich hatte natürlich außer Werkzeug keine Kamera dabei. Wer rechnet schon mit solch einem Besuch?  Daher noch ein neuer Tauchgang am Nachmittag, diesmal  mit Kamera. Das Wasser ist hier so klar und blau, das kann man kaum beschreiben.

Ein Walhai – echt beeindruckend!

Heute noch ein kleiner Besuch im winzigen Museum (Eintriff frei). Ganz interessant. Draußen dann das Gebäude vom Gefängnis. Wir dachten, es gehöre zum Museum. Weit gefehlt! es ist in Benutzung und es sitzen tatsächlich ein paar „böse Buben (oder Mädel?) drin. Nix mit besuchen.

Das Gefängnis

 

Am Museum geht die berühmte „Jakobsleiter“ rauf. 996 Stufen. Zu unserem Glück ist sie gerade wegen Renovierungsarbeiten gesperrt. Da brauchen wir keine Ausrede, dass wir da nicht rauf sind 🙂

Die Jakobs-Leiter – gerade geschlossen wegen Bauarbeiten. Nur Arbeiter dürfen (müssen) da hoch.

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Namibia nach St. Helena  – Tag 12

Heute war nun absolut gar nichts los. Wir dümpeln mit 2-3 kn Richtung St. Helena.  Das „beste“ Etmal seit wir unterwegs sind: satte 64 sm若. Der Motor bleibt AUS!!!

Noch 60 sm to go.

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Namibia nach St. Helena  – Tag 11

Der Rest der Nacht verlief ruhig und wir segelten gemütlich mit 3 – 4 Knoten unter Vollzeug dahin. 8 Uhr Wachwechsel, der Käpt’n durfte in die Koje. Um 9.30 Uhr dann legte der Wind urplötzlich zu, Meerbaer legte an Tempo zu und luvte an. Im Windeseile Besan runter und ran ans Ruder. Der Autopilot kam nicht so wirklich mit der neuen Situation klar. Der Käpt’n wurde aus seinem Schlummer gerissen: „Reffen!!“ Mittlerweile ist das schon zur Routine geworden. Steuerkurs wieder klar, Autopilot an, Käpt’n wieder in die Koje.

Der Wind hielt ungefähr eine Stunde durch, dann fing er wieder an, schlapp zu machen. Um 11 Uhr war es dann ganz vorbei. Weder Aries noch Autopilot kommen mit einem „Speed“ von 1,5 kn klar und steuern wie blöde hin und her. Rudergehen war angesagt. In der Ferne kamen dickere Wolken an, die versprachen Wind. Nur die blöden Dinger kamen einfach nicht näher. Dann aber,  mal wieder von jetzt auf gleich, sprang der Wind auf Süd und legte zu. Im Nu waren wir mit fast 7 kn dabei. Der Spaß war uns für 2 Stunden gegönnt, dann ging der Speed wieder runter auf 3,5 bis 4 kn. Seitdem ist nicht mehr viel passiert. Der Wind wurde immer weniger, momentan so um die 8 kn. Um die Segelschlagerei zu vermeiden, haben wir das Großsegel ganz weggenommen  und segeln nur noch mit Besan und ausgebaumter Genua. So konnten wir auch die Gelegenheit nutzen und 6(!) gebrochene Mastrutscher ersetzen.

Zerbröselte Mastrutscher

Noch 120 sm to go.

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Namibia nach St. Helena  – Tag 10

Heute mal wieder ein unspektakulärer Tag. Mäßiger Wind aus ESE, wir sind im Schnitt mit 4 kn unterwegs. Noch gut 200 sm bis zum Ziel.

Im Laufe des Tages kamen immer lauter werdende Quietsch-Geräusche aus Richtung Steuerrad. Was haben wir nach der Ursache gesucht und mit Fett, Lanolinspray usw. gewerkelt. Kein Erfolg, das Quietschen ging nervtötend weiter. Nach Mitternacht kam dann die Erleuchtung. Die Ursache war nicht oben am Steuerrad,  sondern unten an der Umlenkrolle vom Seilzug. Ein paar Schläge mit der Fettpresse und es war wieder Ruhe. Geht doch😃

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Namibia nach St. Helena  – Tag 9

Ein durchwachsener Tag ist zu Ende. In den ersten 8 Stunden seit Mitternacht haben wir lediglich 17 sm geschafft, die aber wenigstens in die richtige Richtung (Der Motor bleibt AUS, unsere Dieselvorräte werden immer wertvoller😇). Ab 8 Uhr ging es dann etwaa flotter voran, teilweise mit 5-6 kn. Um 12.30 Uhr UTC haben wir den Null-Meridian überquert und haben jetzt wieder „West“ als Vorzeichen.

Seit dem Nachmittag wieder weniger Wind und Rest-Seegang zum Schaukeln.

Noch 300 sm to go.

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Namibia  nach St. Helena  – Tag 8

Es geht langsam voran, aber wenigstens in die richtige Richtung. 

Weil die ganze Nacht über der Autopilot ziemlich stark arbeiten musste und dabei ordentlich Strom aus den Batterien gezuckelt hat und ausserdem sich die Sonne erst zum Nachmittag zeigte, sind wir 3 Stunden lang motort, um die Batterien wieder aufzuladen. Wir sind immer wieder happy, dass wir auf Litium umgestiegen sind. Das macht das Strom-Management doch um vieles erheblich entspannter. Das war  seit wir diese Batterien haben, das erste Mal überhaupt, dass wir zum Laden den Motor brauchten.

Schmetterling-Segeln vor dem Wind

Noch knapp 400 sm bis St  Helena.

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Namibia nach St. Helena  – Tag 7

Der Wind, sas leidige Thema, wurde immer schlapper. Wir sind dann zum Nachmittag mit Schmetterling direkt vor den Wind gegangen und so wieder auf den direkten Kurs gekommen. Mit 3 kn ging es mit relativ wenig Geschaukel voran.

Gerade, kurz nach Mitternacht,  hat uns dann ein Squall erwischt. Der Wind drehte plötzlich und  Großsegel und Besan standen back. Zum Glück beide gegen eine Patenthalse durch Bullentalje gesichert. Nach 15 Minuten war der Spuk vorbei. Hoffen wir mal, dass nicht noch mehr auf uns lauern.

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